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Forderungen und Massnahmen für Valzeina

Vermeidbare Exposition reduzieren, Doppelstrukturen abbauen und den tatsächlichen Versorgungsbedarf nachvollziehbar belegen.

EMF-Klartext fordert eine aktuelle und transparente Neubewertung des Rundfunkstandorts Valzeina. Im Mittelpunkt stehen die Notwendigkeit der ausgestrahlten Ensembles, ihre Sendeleistungen und Programmbelegungen sowie konkrete Möglichkeiten zur Reduktion der dauerhaften Exposition.

Die Forderungen richten sich an die SRG, SwissMediaCast und die zuständigen Behörden. Sie betreffen die Entscheidungen über Umfang und Ausgestaltung der Rundfunkversorgung.

Technische Grundlagen: Die Analyse «DAB+ in Valzeina: Programmüberschneidungen und Reduktionspotenzial» dokumentiert die Sendeleistungen, Programmüberschneidungen und untersuchten Reduktionsmöglichkeiten.

1. SRG-Ensemble 12D in Valzeina abschalten

Adressat: SRG

EMF-Klartext fordert die Abschaltung des Ensembles 12D am Standort Valzeina. Die weitere Verbreitung des einzigen dort exklusiven Programms Rete Due+ ist durch eine geeignete alternative Lösung sicherzustellen.

Gemäss der dokumentierten Programmanalyse vom 10. September 2026 sind 15 der 16 Programme auf 12D am selben Standort bereits über andere Ensembles verfügbar. Für ein einziges zusätzliches Programm wird damit ein weiteres Ensemble mit 41.5 kW ERP ausgestrahlt.

Die SRG soll darlegen, wie Rete Due+ anderweitig verbreitet werden kann und welche Netzänderungen für die Abschaltung erforderlich sind. Daraus ist ein konkreter Umsetzungsplan mit Zeitplan abzuleiten.

Eine Abschaltung von 12D würde die summierte DAB+-ERP am Standort rechnerisch von 94.4 auf 52.9 kW reduzieren – um rund 44 Prozent. Diese Zahl beschreibt die Reduktion der summierten ERP; die Veränderung der Exposition an einzelnen Wohnorten muss gesondert ermittelt werden.

2. Siebenfache Verbreitung gleicher SRF-1-Inhalte beenden

Adressat: SRG

EMF-Klartext fordert eine Optimierung der Verbreitung der SRF-1-Regionaljournale. Auf dem Ensemble 12C werden sieben Regionalvarianten ausgestrahlt, die während ungefähr 23 Stunden pro Tag denselben Programminhalt übertragen. Die regional unterschiedlichen Inhalte beanspruchen nur einen kleinen Teil der täglichen Sendezeit.

Die regionalen Informationsangebote sollen erhalten bleiben. Ihre Verbreitung ist jedoch so zu organisieren, dass das gemeinsame SRF-1-Programm ausserhalb der regionalen Zeitfenster nicht dauerhaft siebenfach auf demselben Ensemble übertragen wird.

Die SRG soll dafür konkrete technische und organisatorische Varianten vorlegen. Dabei ist aufzuzeigen:

  • wie die Regionaljournale weiterhin zuverlässig empfangen werden können;
  • wie die Mehrfachübertragung identischer Inhalte vermieden werden kann;
  • welche Übertragungskapazität dadurch frei wird;
  • wie diese Kapazität zur Zusammenlegung von Programmangeboten und zur Reduktion der benötigten Ensembles genutzt werden kann.

Weniger Doppelbelegungen innerhalb eines Ensembles senken dessen Sendeleistung nicht automatisch. Deshalb soll die Optimierung ausdrücklich mit einer Prüfung verbunden werden, welche Ensembles dadurch entfallen können.

3. Sendeleistung reduzieren und die Versorgung räumlich neu organisieren

Adressaten: SRG sowie die für Frequenzplanung und Bewilligung zuständigen Behörden

EMF-Klartext fordert eine Reduktion der in Richtung Bad Ragaz abgestrahlten Leistung. Dazu sind eine veränderte Antennenausrichtung und Abstrahlcharakteristik sowie eine separate Versorgung der Region Mels, Flums und Walenstadt von einem alternativen Senderstandort aus zu untersuchen.

Bad Ragaz darf nicht länger den Preis einer hohen Dauerexposition dafür zahlen, dass das über 30 Kilometer von Valzeina entfernte Walenstadt versorgt werden soll.

Die Versorgung entfernter Gebiete muss gezielter organisiert werden. Zu prüfen sind insbesondere:

  • eine deutliche Reduktion der ERP in Richtung Bad Ragaz;
  • eine stärkere räumliche Begrenzung der Abstrahlung auf tatsächlich benötigte Versorgungsgebiete, beispielsweise Autobahnen, statt einer leistungsstarken Versorgung bis in die Gebäude der bereits mit FTTH erschlossenen Ortschaft Bad Ragaz;
  • die Übernahme der Versorgung von Mels, Flums und Walenstadt durch einen geeigneten bestehenden oder alternativen Senderstandort;
  • Varianten mit geringerer Gesamtleistung und geringerer Exposition in bewohnten Gebieten.

Auch die Anforderungen an den Empfang innerhalb von Gebäuden sind neu zu bewerten. Die FTTH-Erschliessung in Bad Ragaz ermöglicht Radioempfang über das Festnetz und ist bei der Beurteilung des terrestrischen Versorgungsbedarfs zu berücksichtigen.

Eine hohe Sendeleistung mit dem Ziel, auch durch Gebäudehüllen hindurch einen zuverlässigen Empfang sicherzustellen, muss unter diesen Voraussetzungen konkret begründet werden. Der Versorgungsbedarf für Wohnungen ist dabei getrennt vom mobilen Empfang und der Versorgung von Verkehrswegen auszuweisen.

Gefordert wird ein nachvollziehbarer Variantenvergleich: Welche Versorgung wird tatsächlich benötigt, von welchem Standort lässt sie sich am zweckmässigsten erbringen und wie weit kann dadurch die Exposition in Bad Ragaz reduziert werden? Auch kantonsübergreifende Standorte sind zu prüfen. Dabei ist aufzuzeigen, dass die Entlastung von Bad Ragaz die Exposition nicht lediglich in andere Wohngebiete verlagert. Die Ergebnisse sollen in einen konkreten Plan zur Leistungsreduktion einfliessen.

4. SMC-Ensembles und Sendeleistungen optimieren

Adressat: SwissMediaCast

EMF-Klartext fordert, dass SwissMediaCast den Versorgungsbedarf und die erforderlichen Sendeleistungen für die Ensembles 7A und 7D nachvollziehbar belegt. Zu prüfen sind die Bündelung von Programmen innerhalb des SMC-Angebots, geringere Sendeleistungen, eine gezieltere Abstrahlung und die Versorgung über andere Standorte des SMC-Netzes.

SwissMediaCast soll die Auswirkungen dieser Varianten auf Empfang, Exposition und Energiebedarf vergleichen und konkrete Reduktionsschritte mit einem Zeitplan vorlegen.

Stand 25. September 2026: SwissMediaCast hat das Ensemble 9B am Standort Valzeina gemäss ihrer Mitteilung vom 31. August 2026 abgeschaltet. Damit entfielen 2.8 kW ERP. Die Ensembles 7A und 7D senden weiterhin.

5. Entlastung umsetzen und Wirkung überprüfen

Adressaten: Rundfunkverantwortliche sowie zuständige Umwelt- und Gesundheitsbehörden

Die vorgeschlagenen Änderungen sollen durch zeitlich begrenzte Reduktionsversuche vorbereitet und mit Empfangsprüfungen sowie vergleichenden Messungen in Wohngebieten begleitet werden. Dokumentierte Beschwerden sind in eine unabhängige medizinische und messtechnische Untersuchung einzubeziehen.

Für die Umsetzung braucht es benannte Verantwortliche, konkrete Arbeitsschritte und einen verbindlichen Zeitplan. EMF-Klartext erwartet von den angesprochenen Stellen zu jeder Forderung eine schriftliche Stellungnahme. Werden Massnahmen abgelehnt, sind die Gründe und die dafür massgebenden Daten offenzulegen. Reduktionsversuche, verbleibende Versorgungslücken sowie die Wirkung auf Versorgung und Exposition sind öffentlich nachvollziehbar zu dokumentieren.

Ziel ist eine gezielte Rundfunkversorgung mit deutlich geringerer Dauerexposition: Doppelstrukturen abbauen, Sendeleistung reduzieren und Wohngebiete wirksam entlasten.

Grundlagen und weiterführende Informationen

Dossier Valzeina

DAB+ in Valzeina: Programmüberschneidungen und Reduktionspotenzial

Massiver Leistungsausbau

Gesundheitliche Beschwerden und Vorsorge

Quellen & Studien